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CzeCot - Hotel Beránek


Über Prag

Prag

 Prags Panorama - Hotel Beranek Prag

            Die Wurzeln der heutigen Bedeutung Prags beruhen auf ihrer tausendjährigen Geschichte als Hauptstadt des tschechischen Staates und als eine der ältesten europäischen Metropolen. Menschliche Ansiedlungen befanden sich schon in der Urzeitperiode auf ihrem Gebiet, die Prager Burg - als bis heute dienender Sitz des Staatsoberhauptes – gründete zwischen den Jahren 880 und 890 der erste historische böhmische Fürst, Bořivoj I. aus dem Geschlecht der Przemysliden. In der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts entstand die zweite fürstliche Residenz – der Vyšehrad,  und in der Vorburg beider Festungen entstanden bald lebendige internationale Märkte und kaufmännisch-handwerkliche Ansiedlungen städtischen Typs.

 Prag - Hotel Beranek Prag

Im 13. Jahrhundert vereinten sich die Bewohner der vorher juristisch zerspaltenen Prager Vorburg in eine Stadtgemeinde und friedeten diese mit den Großen Wällen bzw. der Prager Altstadt (um 1230) ein. Im Jahr 1257 gründete und befestigte König Přemysl Otakar II. am linken Moldauufer die Neustadt (seit dem 14. Jh. als Kleinere Stadt oder Kleinseite bezeichnet). Den Höhepunkt der Blütezeit dieser mittelalterlichen Städtegruppe brachte die Regierungszeit des Kaisers und Königs Karls IV. (1346-1378). Karl gründete in Prag eine Universität, die erste nördlich der Alpen (1348), plante und gründete großzügig die Prager Neustand (1348), vergrößerte das Burgareal und die Kleinseite und ließ dutzende von weltlichen und klerikalen Bauwerken errichten. Prag wuchs zu einer hervorragenden gotischen Großstadt heran, zu einer der größten im damaligen Europa, in der auf der Fläche von 8 km2 rund 40 000 Einwohner lebten.

 Prag - Hotel Beranek Prag

Ernstliche soziale Widersprüche riefen in den Prager Städten die Reformbewegungen hervor, die nach dem Feuertod ihres führenden Vertreters Johann Hus (1415) in die Revolution mündeten (1419-1434). Das Hussiten-Prag beseitigte gleich zu Beginn die Macht der königlichen Ämter, des deutschen Patriziats und der römischen Kirche, widerstand den Kreuzzügen König Sigismunds und wurde zeitweilig zum entscheidenden Machtfaktor im Lande. Eine politische Vorrangstellung an der Spitze des städtischen Standes bewahrte sich die Prager Bürgerschaft auch in der Nachhussitenzeit. Ihre dominierende Position erschütterten erst der Antritt der Dynastie der Habsburger auf den böhmischen Thron (1526) und die weitreichenden Einschränkungen der Stadtrechte der böhmischen königlichen Städte durch Ferdinand I. nach dem mißlungenen Ständeaufstand im Jahr 1547.

 Prag - Hotel Beranek Prag

Trotz des verlorenen politischen Einflusses erlebte Prag in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts eine Periode des intensiven Umbaus im Renaissancestil und in den Jahren 1583-1612 wurde es zum Sitz des kunstliebenden Kaisers Rudolfs II., dessen Hof ein Sammelplatz von Künstlern und Gelehrten aus ganz Europa war. Mit der Einwohnerzahl von 60 000 reihte sich die böhmische Metropole erneut unter die renommiertesten europäischen Großstädte. Obwohl nach der Unterdrückung des zweiten Ständeaufstandes gegen die Habsburger in der schicksalhaften Schlacht am Weißen Berg (1620) die Prager Städte wieder von harten Strafen, erzwungener Emigration der Nichtkatholiken, Plünderung und Kriegsverlusten betroffen waren, und obwohl die Umsiedlung des Kaiserhofes und der Ämter nach Wien schrittweise Prag als Hauptstadt des Staates bloß zu einem  Landeszentrum degradierten, konnte die Stadt ihre wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung bewahren. Der Bau von Adelspalästen und vor allem von Klöstern und Kirchen der erneuerten katholischen Kirche setzte fort und eben in dieser Zeit erwarb sie ihre architektonische Eigenständigkeit, die stilmäßig selten einheitliche Gestalt des „Prager Barocks“.

 Museum - Hotel Beranek Prag

Mit dem Patent Kaiser Josefs II. vom 12. Februar 1784 wurden die bisher selbständigen vier Prager Städte – die Altstadt, Neustadt, Kleinseite und der Hradschin – zu einem Komplex verbunden, zur Hauptstadt Prag. Infolge der Industrierevolution entstand im Vorfeld ihrer barocken Befestigung ein Ring großer Industrievorstädte (Karlín, Smíchov, Holešovice, Libeň usw.). Prag wurde zum größten Produktions- und Verkehrszentrum im Lande und veränderte sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts zu einer modernen Großstadt. Sie war der Brennpunkt der patriotischen nationalen Wiedergeburtsbewegung, die den nach der Revolution 1848 und der Niederlage am Weißen Berg eingetretenen  Verfall der tschechischen Sprache und des nationalen und staatlichen Bewussteins überwand. Eine negative Folge dieser Modernisierung war das radikale Assanieren der Innenstadt, dem nach 1893 ein großer Teil der Altstadt und fast die ganze Neustadt sowie die Jüdische Stadt zum Opfer fielen. Nur teilweise ersetzten den entstandenen Kulturverlust die neuen Repräsentationsgebäude im Stil der böhmischen Neurenaissance, Sezession und des Kubismus.

 Prag - Hotel Beranek Prag

Am 28. Oktober 1918 wurde Prag zur Hauptstadt der selbständigen Tschechoslowakischen Republik.  Mit dem 1. Januar 1922 wurden ihr 37 Nachbarstädte und Dörfer angeschlossen. Es entstand Groß-Prag, auf dessen Territorium mit 171,64 km2 Fläche 676 657 Einwohner lebten. Nach dem Überwinden der Nachkriegskrise und der sozialen Unruhen erlebte die Stadt in den Jahren 1922-1938 eine weitere Epoche der dynamischen Entwicklung. Ihr Ergebnis war nicht nur die zunehmende Einwohnerzahl bis zur Grenze von 1 Million (1938), sondern vor allem das Entstehen zahlreicher urbanistischer, architektonischer und kultureller Werte, getragen vom Geist des Modernismus, Funktionalismus und der avantgardistischen künstlerischen Strömungen der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhundert. Prag wurde zum Zufluchtsort von Exulanten aus Ländern mit Totalitäts- und faschistischen Regimen, und trotz zunehmender Bedrohung durch Nationalismus und Faschismus vermochte es bis zum Beginn des Jahres 1939 die demokratische Selbstverwaltung aufrecht zu erhalten, an der sich alle politischen Strömungen - von der Rechten bis zu den Kommunisten beteiligten.

 Prag - Hotel Beranek Prag

Als am 15. März 1939 die faschistische Wehrmacht die Stadt okkupierte, veränderte sich Prag, in dem zu 95 % tschechische Einwohner lebten, in den öffentlichen Auftritten von Vertretern der Okkupationsverwaltung in „eine alte deutsche Stadt“, wo die Tschechen nur vorübergehend geduldet werden sollten. Das wirkliche Gesicht der Stadt zeigten jedoch die Massenmanifestationen der Bevölkerung gegen die Okkupanten am 28. Oktober 1939, Verhaftungen und Hinrichtungen nach dem Schließen der tschechischen Hochschulen am 17. November 1939 und nach dem blutigen Terror infolge des Attentats auf den amtierenden Reichsprotektor R. Heydrich (27.5.1942). Die antifaschistische Widerstandsbewegung der Prager gipfelte in dem Aufstand am 5. bis 9. Mai 1945, der mit der Befreiung der Stadt und dem Einmarsch der Roten Armee endete.

 

Die politische Nachkriegsentwicklung führte zur Machtergreifung der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei, die nach dem unblutigen Prager Umsturz vom 20. – 25. Februar 1948 statt dem proklamierten sog. tschechoslowakischen Weg zum Sozialismus ein undemokratisches Totalitätsregime schuf, das von  polizeilicher Willkür und Justizverbrechen gekennzeichnet war. Ein Versuch das zu überwinden war „der Prager Frühling“ von 1968, der gewalttätig durch den Einmarsch der Okkupationsarmeen der fünf Länder des Warschauer Paktes am 21. August 1968 beendet wurde. Der aufgetischte sog. Normalisationskurs brachte dann in den Prager Verhältnissen nicht nur die Unterdrückung der kaum erneuerten Keime der Demokratie und des freien Lebens der Bürger mit sich, sondern auch die weitere Vertiefung der Stagnationsmerkmale in der Wirtschaftssphäre sowie in allen Bereichen des öffentlichen und kulturellen Geschehens.

 

Das Ende der vierzig Jahre dauernden kommunistischen Totalität brachte  die „sanfte“ Revolution, deren Anfang die Studentenmanifestation in Prag am 17. November 1989 war. Die Erneuerung des demokratischen Pluralitätssystems, umfangreiche Vermögensrestitutionen und die Privatisierung von Gewerbe und Diensten verwandelten und belebten das Gesicht der Stadt stark, die ihre Dynamik wieder gefunden hat. Sie wurde zum Kultur- und Touristenzentrum von europäischer Bedeutung und zum Schauplatz der bedeutendsten politischen Verhandlungen. Das Prager Denkmalschutzgebiet wurde im Jahr 1992 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO eingetragen. An der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert knüpfte die Hauptstadt der Tschechischen Republik trotz vieler noch zu lösender Probleme erneut würdevoll an ihre hundertjährige historische Rolle als Haupt des tschechischen Staates und als eine der renommiertesten Metropolen und geistigen Knotenpunkte Europas an.